Bevor eine Geige erklingt

Eine fotografische Begegnung mit Geigenbauer Niklaus Weber in seinem Münchner Atelier

Geigenbauer beim Geigenspielen
Geigenbauer in seinem Atelier bei der Arbeit.
Geigenbauer Niklaus Weber bei der Arbeit in seinem Münchner Atelier – Handwerk, Konzentration und Leidenschaft beim Geigenbau
Geigenbauer Niklaus Weber bei der Arbeit in seinem Münchner Atelier – Handwerk, Konzentration und Leidenschaft beim Geigenbau
Personal Branding Fotografie München – Beate Kellmann
Geigenbauer in seinem Atelier bei der Arbeit.
Geigenbauer bei der Arbeit. In seinem Studio am offenen Fenster
Geigenbauer Niklaus Weber bei der Arbeit in seinem Münchner Atelier
Geigenbaueratelier in München
Geigenbauer München – Niklaus Weber im AtelierGeigenbauer Niklaus Weber bei der Arbeit in seinem Münchner Atelier – Handwerk, Konzentration und Leidenschaft beim Geigenbau

Niklaus der Geigenbauer

Manchmal verschwindet ein Mensch bei der Arbeit beinahe in dem, was er tut.

Bei Niklaus Weber war es genau umgekehrt: Je tiefer er sich in seine Arbeit versenkte, desto deutlicher wurde er sichtbar.

Ich besuchte den Geigenbauer in seinem Münchner Atelier, um ihn dort zu fotografieren, wo seine Instrumente entstehen. Zwischen Werkbank, Holz, Werkzeugen und Geigen entwickelte sich schnell ein warmherziges, lebendiges Shooting. Wir verstanden uns auf Anhieb, lachten viel und bewegten uns mit einer wunderbaren Selbstverständlichkeit durch den Vormittag.

Doch immer wieder gab es diese Momente, in denen Niklaus ganz in seiner Arbeit versank.

Dann schien alles andere für einen Augenblick stillzustehen.

Sein Blick ruhte auf dem Holz, seine Hände arbeiteten konzentriert und präzise. Nicht hektisch, nicht angestrengt. Eher so, als würde er einem Gespräch folgen, das für andere kaum hörbar war.

Denn Holz ist für einen Geigenbauer nicht einfach Material.

Holz ist Klang.

Noch bevor eine Geige ihren ersten Ton hervorbringt, trägt sie bereits eine Vorstellung von Klang in sich. In ihrer Form, ihrer Spannung, ihrer Oberfläche und in den vielen Entscheidungen, die während des Baus getroffen werden. Wie dünn darf das Holz werden? Wo braucht es mehr Widerstand? Was muss bleiben, was darf weichen?

Niklaus kennt dieses Material nicht nur mit den Augen. Er kennt es mit den Händen und mit den Ohren.

Während des Shootings nahm er immer wieder eine Geige zur Hand und begann zu spielen. Ganz selbstverständlich. Als müsste er zwischendurch hören, worauf seine Arbeit eigentlich hinausläuft.

In diesen Augenblicken verband sich alles miteinander: das Holz, das Instrument, der Mensch und der Klang.

Es war beeindruckend zu beobachten, wie wichtig ihm beide Seiten seines Berufes sind. Das handwerkliche Wissen allein reicht nicht. Auch das Spielen gehört für ihn zum Geigenbau. Denn wie soll man ein Instrument formen, ohne zu verstehen, wie es sich anfühlt, wenn es unter dem Bogen lebendig wird?

Und vielleicht war genau das der Kern dieser Begegnung:

Niklaus baut keine stillen Gegenstände.

Er baut Instrumente, die später von anderen Menschen gehalten, gespielt und mit Leben gefüllt werden. Instrumente, die jubeln, klagen, flüstern oder einen ganzen Raum in Atem halten können.

Bei aller Konzentration blieb die Atmosphäre während unseres Shootings leicht. Niklaus ist kein Mensch, der seine Kunst mit feierlichem Ernst vor sich herträgt. Zwischen den stillen, fast meditativen Momenten wurde gelacht, erzählt und wieder gespielt.

Diese Mischung faszinierte mich besonders: die große Präzision und gleichzeitig diese Wärme, Offenheit und Lebendigkeit.

Genau danach suche ich auch in meinen fotografischen Reportagen. Ich möchte nicht nur zeigen, was ein Mensch arbeitet. Ich möchte sichtbar machen, wie er arbeitet. Was ihn dabei bewegt. Welche Haltung in seinen Händen, seinem Blick und seinen Bewegungen liegt.

Bei Niklaus war diese Haltung überall zu spüren.

In der Sorgfalt, mit der er das Holz bearbeitet. In seiner Versunkenheit. In der Freude am Spiel. Und in dem Humor, der immer wieder durch das Atelier blitzte und dafür sorgte, dass zwischen all der Konzentration genügend Raum zum Atmen blieb.

So entstand eine Bildserie über einen Geigenbauer und seine Arbeit.

Vor allem aber entstand eine Geschichte über die enge Verbindung von Handwerk und Klang. Über einen Menschen, der nicht nur mit Holz arbeitet, sondern bereits während des Bauens hört, was daraus werden könnte.

Denn lange bevor eine Geige erklingt, beginnt jemand, ihr zuzuhören.

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Charismatisches Selbstportrait einer Fotografin für Businessfotografie in München

„Und ja: Du darfst vor der Kamera nervös sein. Ich bin es insgeheim auch jedes Mal ein bisschen vor Vorfreude. Wir lachen das einfach weg.“ Solche kleinen, ungesagten Wahrheiten nehmen die Angst vor dem „Fotografiert-Werden“ komplett heraus.

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